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Reportagen und Interviews für Kinder
Neben den kleinen Textbeiträgen, wie „Wustest du eigentlich, dass ...“, bietet die ROQA-Kinderredaktion auch etwas längere Reportagen und Interviews an. Die Themenbereiche sind sehr breit gefächert, wobei immer darauf geachtet wird, dass es für Kinder interessante „Aufhänger“ gibt. Hier gibt es natürlich auch Unterhaltung, primär geht aber um Allgemeinbildung/Wissen der Kinder.
Wichtig: Es ist schon sehr häufig vorgekommen, dass Leser oder Kunden dachten, die Geschichte unten sei erfunden. Dies ist nicht der Fall nur das Interview mit der Stoffkatze natürlich. Die beiden ersten Transatlantik-Flieger Alcock und Brown hatten tatsächlich (!) ihre beiden Stoffkatzen als Maskottchen mit an Bord (siehe unten), die heute noch im Museum der Royal Air Force bestaunt werden können. Auch war nicht wie oft angemerkt der US-Amerikaner Lindbergh der erste Atlantik-Überflieger, der war nicht einmal unter den ersten 50.
Interviews machen rund die Hälfte der Produktionen in dieser Reihe aus, da sie sehr lebendig gehalten werden können und die Unterbrechungen des Interviewers den Text kindergerecht in kleinere Abschnitte aufteilen.
Reportagen und Interviews werden immer mit ein bis drei Bildern „dokumentiert“.
Der erste Flug über den Atlantik
Die mutigsten Stoffkatzen der Welt
Die beiden Freunde John Alcock und Arthur Brown sind am 14/15. Juni 1919 als erste Menschen nonstop von Amerika nach Europa geflogen. Unsere Recherchen haben ergeben, dass sie aber nicht allein waren. Die beiden schwarzen Stoffkatzen „Lucky Jim“ und „Twinkletoes“ waren mit an Bord. - Sessy ist es gelungen, Twinkletoes vors Mikro zu bekommen.
Sessy: Noch niemals vorher hatte sich jemand in einem Flugzeug über den Atlantik gewagt. Mit welchen Schwierigkeiten hattet ihr am meisten zu kämpfen? Twinkletoes: Zuerst einmal mussten wir Kisten zählen! Wir hatten unser Flugzeug in England in Einzelteile zerlegt, in Kisten verpackt und von einem Frachter nach Kanada bringen lassen. In Neufundland haben wir die Maschine dann wieder zusammengebaut. Sessy: Hattet ihr keine Angst? Twinkletoes: Am Anfang nicht. Aber wir waren natürlich nervös. Angst bekamen wir erst später als die Küste schon längst nicht mehr zu sehen war. Einmal zum Beispiel sind wir plötzlich runtergefallen. Das Flugzeug fiel einfach ’runter!
Sessy: Und dann? Was ist dann weiter passiert? Twinkletoes: 30 Meter über dem Meer hat John die Maschine dann wieder aufgefangen - Das war knapp! Wir waren in ein Luftloch geflogen. Sessy: Gab es noch mehrere solcher Situationen? Twinkletoes: Ja, klar. Wir saßen ja im Freien. Ohne Dach über dem Kopf. Und wie war das Wetter? Nass natürlich. Die ganze Zeit Regen. Nieselregen, Schneeregen, Platzregen, Hagelkörner dick wie Haselnüsse... - wir waren alle pitschnass, und eiskalt war es da oben auch.
Sessy: Das ist sicher ziemlich ungemütlich, aber doch eigentlich nicht gefährlich?! Twinkletoes: Doch! Man kann sich dabei erkälten. Und richtig Angst bekamen wir, als die Glasscheibe vom Tankanzeiger völlig zugeschneit war. Dummerweise war der Tankanzeiger auf einer Außenstrebe also draußen. Da kam man vom Sitz aus gar nicht ran. Arthur musste sich aus seinem Sitz rausquetschen, auf den Flügel klettern und die Scheibe freikratzen mitten im Flug! - Wenn der runtergefallen wäre ...
Sessy: Gab es auch aufregend schöne Erlebnisse? Twinkletoes: Ja klar. Zum Beispiel, als unter uns im Meer die vielen Eisberge trieben. Oder als wir einmal den Schatten von unserer Maschine auf dem Wasser sehen konnten. Und wahnsinnig aufregend war natürlich der Augenblick, als plötzlich am Horizont Land auftauchte. Fast 17 Stunden nichts als Wasser und dann taucht da auf einmal Land auf. Du denkst, du träumst.
Sessy: Ihr habt geschafft, was noch nie jemand vor euch geschafft hat. Ihr seid die 3.000 Kilometer von Amerika nach Europa geflogen nonstop. Und dann am Ziel habt ihr eine Bruchlandung hingelegt. Wie kam das?
Twinkletoes: John ist ganz super auf einer Wiese gelandet. Der hat so sanft aufgesetzt, als hätten wir lauter rohe Eier geladen. Leider war die Wiese keine Wiese, sondern ein Sumpf. Und da sind natürlich die Vorderräder im Morast stecken geblieben. Tja das war's dann.
Sessy: Ein paar Bauern haben eure Landung gesehen. Was haben die zu eurer unglaublichen Leistung gesagt? Twinkletoes: Die?! Die haben gelacht. Die haben sich halb tot gelacht. Als Arthur sagte, „wir kommen aus Amerika“, dachten die, wir machen Witze. Aber als die dann kapierten, dass das stimmt (lacht), da waren die platt wie Flundern.
Sessy: Twinkletoes, wir danken dir für das Gespräch. Twinkletoes: Miau.
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